Unwettereinsatz 10.+11.07.2011
Als ersten Einsatz mussten wir um 21:14 Uhr zu einem Wohnhaus in den Ortsteil Vormarkt Gurten zu einer Überflutung. Während diesem Einsatz trafen schon eine Vielzahl an Notrufen in der Bezirkswarnstelle ein, sodass wir Unterstützung von den umliegenden Feuerwehren anfordern mussten. So wurden die Feuerwehren aus Reichersberg, Moosham und dem bayrischen Egglfing im Gemeindegebiet zum Abarbeiten der Einsätze, wie überflutete Keller und verlegte Straßen eingesetzt.
Da aber die Feuerwehren aus Reichersberg und Mossham in deren Gemeinden benötigt wurden, rückten diese nach ca. 1 Stunde wieder ab.
Grobe Übersicht über unsere Einsätze in der Zeit von:
Sonntag 10.07.2011 21:14 Uhr bis Montag 19:00 Uhr
21:14 Uhr Erste Alarmierung Überflutung in Vormarkt Gurten
21:18 Uhr Überflutung Vormarkt Gurten, „Felberer“, mehrere Wohnhäuser unter Wasser
21:26 Uhr Überflutung der Konrad Meindl Straße Höhe Fürst, Wasserstand auf Straße ca. 50 cm!!
21:57 Uhr Überflutung Altenheim, Wasser im Keller bzw. in Bewohnerzimmern
bis 02:00 Uhr Abarbeiten von ca. 10 weiteren Sturmschäden und Überflutungen im Gemeindegebiet
Als sehr ernste Situation stellte sich ein Brand im Altenheim während der Abpumparbeiten im Selben dar. Durch den massiven Wassereintritt durch das Dach wurde ein Kabelschacht regelrecht geflutet, wobei durch das Wasser zwei Schaltschränke, jeweils einer im 1. + 2. Stock, in Brand geraten sind.
Einsatzverlauf:
Einer unserer Kameraden war gerade mit der diensthabenden Nachschwester auf Erkundungsgang, als die beiden einen starken Brandgeruch im 1. OG bemerkten. Es wurden sofort alle umliegen Bewohnerzimmer auf Brandgeruch kontrolliert, es konnte aber nichts festgestellt werden. Deshalb wurde von dem Kameraden sofort das RLFA mit Wärmebildkamera alarmiert. Zusätzlich, aufgrund des hohen Gefahrenpotentials im Altenheim die Feuerwehren Egglfing und Reichersberg.
Zum Glück konnte der Brand rasch im Schaltschrank lokalisiert und durch einer unserer Kameraden stromlos gemacht und abgelöscht werden. Gleichzeitig wurden die darüber und darunter liegenden Schaltschränke kontrolliert, wobei ein weiterer, und größerer Brand im Schrank darüber lokalisiert und abgelöscht wurde. Nur durch unseren raschen Eingriff konnte eine Katastrophe verhindert werden!!!
Noch in den Nachtstunden wurde eine Trink-, und Brauchwasserversorgung von uns für das Altenheim eingerichtet, da auch die kommunale Trinkwasserversorgung bis in die Nachmittagsstunden unterbrochen war.
Nach einem ergiebigen Frühstück im Altenheim beseitigten wir noch einige kleine Sturmschäden bis wir zu unserem wohl größten Einsatz an diesem Tag alarmiert wurden.
Ein riesiger Baum lag quer über den so genannten „Uferer Berg“ und drohte dabei akut auf den darunter liegenden Gehweg zu stürzen.
Da wir ohne schwerem Gerät keine Chance hatten den Baum zu bergen, wurde seitens unseres Bürgermeisters Stephan Fattinger der Bergekran der FF Ried alarmiert.
Mit Hilfe eines angeseilten Höhenretters der FF Ried wurde der Baum in mühevoller Kleinarbeit zerlegt und die großen, bis zu 8t (!!!) schweren Stämme aus dem Graben geborgen.
Ein anderer Teil unserer Mannschaft war bei einem Einsatz im Ortsteil Vormarkt Nonsbach beschäftigt wo ein Baum geborgen wurde, welcher auf ein Haus zu stürzten drohte.
Während dieser parallelen Einsätze erreichte uns der nächste akute Einsatz:
Chlorgasaustritt im Freibad Obernberg.
Aufgrund einer technischen Störung, wahrscheinlich ausgelöst durch den Stromausfall, kam es zu einem Chlorgasaustritt im Gaslager des Freibades sodass die automatische Warnanlage Alarm schlug. Mit Hilfe des Hochleistungslüfters wurde das Lager belüftet, bis die Chlorkonzentration in der Luft wieder auf Normalwert gesunken ist. Nach Kontrolle durch den Bademeister, unserem Kommandanten Alfred Hurt, konnten wir wieder zu unseren vorigen Einsätzen abrücken.
Nach diesem wohl einsatzreichstem Tag seit dem Sturm „Kyrill“ 2006 wurden wir alle von unserem Bürgermeister Fattinger dankend zu einem Schnitzel eingeladen.
In der Zeit von Sonntag 10.07.2011 21:14 Uhr bis Montag 11.07.2011 19:00Uhr standen wir mit bis zu 20 Mann und 3 Fahrzeugen durchgehend im Einsatz
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