Die Freiwillige Feuerwehr Obernberg befindet sich im
Abschnitt Obernberg / Bezirk Ried.
Auszüge aus den Chroniken von 1875 und 1973:
Die Freiwillige Feuerwehr Obernberg wurde über Betreiben des
Goldarbeiters Michael Augustin Baumgartner, der gleichzeitig
Oberinspektor einer Feuerversicherungsgesellschaft war,
1875 ins Leben gerufen.
Schon das vorbereitende Komitee aber hatte in der Frage der
Geldaufbringung hiefür große Schwierigkeiten zu überwinden.
Die Kosten zu Anschaffung der nötigsten Geräte waren mit
1200 Gulden veranschlagt worden. Die Gemeinde erklärte zunächst,
diesem Ansinnen nicht näher treten zu können.
Einige Monate später aber machte sie den Vorschlag, einen
Subskriptionsbogen kursieren zu lassen, mit dem Bemerken,
dass für den Fall, dass nicht mindestens 1000fl gezeichnet würden,
eine 30prozentige Gemeindeumlage zu diesem Zwecke
eingehoben werden müsste.
Gezeichnet wurden 520 fl. Darauf kamen die Schrittmacher
der Feuerwehr auf den Gedanken, Aktien im Gesamtbetrage
von 700 fl, das Stück zu 10 fl, herauszubringen.
Am Schluss eines Jahres sollten stets 20 Stück davon eingelöst werden.
Kaufmann Anton Woerndle und Schneidermeister Josef Högl
brachten binnen weniger Tage sogar 75 Zeichnungen hiefür herzu.
Die Gemeinde übernahm hierauf die Mithaftung für deren Einlösung.
Auch an Kaiser Franz Joseph trat man mit der Bitte heran,
mit einer Spende aus seiner Privatschatulle der jungen
Feuerwehr auf die Beine zu helfen.
Er widmete ihr 100 fl. Die Silvesterfeier der „Feuerwehrliedertafel“
brachte als Erlös eines „Glückshafens“ weitere 190 fl herzu.
Stets gut besuchte Geselligkeitsveranstaltungen, so vor allem
Feuerwehrbälle, waren übrigens weiterhin notwendig,
um eine zeitgemäße Aufrüstung an Spritzen, Leitern, Schläuchen etc.
zu ermöglichen. Natürlich waren auch Gemeinde und Sparkassen
mit Zuschüssen stets dahinter.
Was aber nun den Zweck der Feuerwehr anbelangt,
haben ihre Männer von Anfang an allen Ehrgeiz darangesetzt,
bei Bränden oder Hochwässern möglichst schnell Hilfe zu bringen.
Viel Hab und Gut konnten sie retten. Es gibt in weiter Umgebung
des Marktes, sowohl auf österreichischer als auch bayrischer Seite
kein Dorf oder Einzelgehöft, in denen sie bei Brandausbruch nicht
sehr häufig als erste Helfer erschienen wären. 
Ein paar Beispiele aus der Chronik in den ersten Jahren:
Am 13. August 1880 schwollen nach einem furchtbaren
Wolkenbruch Gurten- und Nonsbach derart an,
dass die Bewohner der Häuser an den Bachufern
von den Dächern geholt werden mussten.
1876 leisteten in Bayern die Obernberger in Aigen,
1880 bei einem Großbrande in Irching, 1887 abermals in Irching,
wo drei Bauernhöfe und vier Häuser brannten,
und bald darauf in Egglfing 13 Objekte mit Nebengebäuden
in Flammen standen, so eindrückliche und maßgebliche Hilfe,
dass sich die bayrische Regierung schon zum Wiederholten Male
veranlasst sah, der Obernberger Feuerwehr wärmstens zu danken,
zumal sie ein paar Mal bei Nacht in unzulänglichen Fahrzeugen
den Inn in lebensgefährlicher Weise hatte überqueren müssen.
1882 war die Zahl der Mitglieder auf 30 zusammengeschmolzen.
Auf einen aufrüttelnden Appell des Bürgermeisters Max Pfliegl hin 
traten jedoch spontan 131 Männer neu dem Vereine bei.
In diesem Jahre konnte auch mit Hilfe einer Aktienausgabe
ein neues Requisitenhaus für ca. 800 fl erbaut werden.
1885 war der 25. Juli anlässlich des 10jährigen Bestandes
der Feuerwehr Obernberg ein besonderes Fest- und Freudentag,
den in großer Dankverbundenheit auch viele bayrische Feuerwehren
mitfeierten.
Gleichzeitig wurde auch ein Unterstützungsfonds für
verunglückte Feuerwehrmänner gegründet. Alarmiert wurden sie
in den ersten Jahrzehnten stets durch Hornsignale und Glockengeläut,
erst später durch eine Sirene.
Anlässlich des 30jährigen Gründungsfestes im Juli 1905
erhielten 20 Mitglieder, die seit der Gründung dabei waren,
Verdienstkreuz, weitere 5 Mitglieder für 20jährige Dienstzeit Diplome.
Im Ersten Weltkriege sind 10 Mitglieder der Feuerwehr gefallen. 
Über Anregung des später um die Feuerwehr hoch verdienten
Schustermeisters Anton Fruhstorfer,
der schon 1910 für 30jährige Mitgliedschaft mit dem Verdienstkreuz
ausgezeichnet worden war, wurde im Glockenhaus der Pfarrkirche
eine Gedenktafel für sie angebracht.
Lange Zeit war er Steigerobmann, hierauf auch Feuerwehrhauptmann.
1931 wurde er für seine Verdienste zum Ehrenbürger Obernbergs
ernannt. Große Verdienste erwarben sich u.a. auch zeitüber
die Woerndle, voran der 1911 verstorbene Kaufmann Anton Woerndle,
der erster Hauptmann bei der Gründung war und
dann zum Ehrenhauptmanne ernannt wurde,
aber auch sein Sohn Franz und Enkel Josef Woerndle.
Im Dezember 1922 wurde der Feuerwehr über ansuchen von
der Gemeinde 1 Million Kronen (Inflation) bewilligt.
1929 wurde Mitgliedern der Feuerwehr für 40jährige Tätigkeit im
Feuerwehr- und Rettungswesen das Bürgerrecht des Marktes mit
Nachsicht der Taxe verliehen.
Im Juli 1954 stand die Feuerwehr anlässlich des Hochwassers, 
das einen Millionenschaden verursachte, 5 Tage und Nächte lang
unter dem Kommandanten Kuchlbacher pausenlos im Einsatz.
1964 erhielt die Feuerwehr von der Gemeinde einen Tankwagen
für 211.000 S, zu dessen Anschaffung sie bei der Sparkasse einen
Kontokorrentkredit von 130.000 S für 5 Jahre aufnehmen musste.
1968 wird erstmalig der Kommandant Kaminfegermeister
Johann Raffelsberger erwähnt,
der 1971 auch zum Abschnittskommandanten gewählt wurde.
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